Wenn von Bakterien im Mund die Rede ist, denken die meisten an Karies, Parodontose und schlechten Atem. Doch nicht alle Bakterien sind Übeltäter – im Gegenteil! Manche sind sogar sehr nützlich, um Zähne und Zahnfleisch zu schützen und gesund zu erhalten. Denn nicht nur in unserem Darm, auch in unserem Mund existiert eine Lebensgemeinschaft aus Milliarden von Mikroorganismen.
Ist die Mundflora im Gleichgewicht, d. h. überwiegen die „guten“ Bakterien gegenüber den krankmachenden, schützt uns das vor Infektionen, vor Karies, Zahnfleischerkrankungen und Mundgeruch. Gleichzeitig wird dadurch das Immunsystem entlastet.
Wie kommt es zum Ungleichgewicht der Mundflora?
Oft ist das bakterielle Gleichgewicht im Mund gestört. Mangelnde Mund- und Zahnhygiene, schlechte Ernährung – insbesondere der Verzehr von zuckerhaltigen Speisen und Getränken –, Rauchen und Alkoholkonsum, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, mangelnder Speichelfluss (der insbesondere bei älteren Menschen auftritt) oder die Einnahme von Antibiotika können ein bakterielles Ungleichgewicht im Mund begünstigen.
Zahnbeläge (auch Plaque genannt) und Zahnstein schaffen Bedingungen, in denen sich vor allem unerwünschte Bakterien wohlfühlen, die Karies und Zahnfleischentzündungen hervorrufen. Der Hauptschuldige ist dabei ein Keim namens Streptococcus mutans. Diese Bakterien wandeln den in der Nahrung enthaltenen Zucker bzw. die Kohlenhydrate in Säure um, die wiederum den Zahnschmelz angreift und Kalzium aus den Zähnen herauslöst.
Was sind eigentlich Plaques?
Bei Plaques handelt es sich zunächst um einen sogenannten Biofilm – eine Schicht von Bakterien, die sich mithilfe spezieller Haftmoleküle auf der Zahnoberfläche festsetzen. Wird dieser weiche Zahnbelag nicht rechtzeitig entfernt, so nimmt er Mineralstoffe aus dem Speichel auf und verhärtet zu Zahnstein.